Fuß

Haglund Ferse (Haglund Exostose)

Beschwerden an der oberen Ferse können durch einen Knochensporn, durch

Haglund1Sehnenveränderungen der Achillessehne oder durch eine Schleimbeutelreizung entstehen.

Durch die Haglundexostose kann es schließlich erst zu den Sehnenentzündungen an der Achillessehne kommen.

Nachdem alle konservativen Therapiemaßnahmen wie Bestrahlungen, Polsterung der Fersenkappe im Schuh sowie Stellungskorrektur durch Einlagen ohne Erfolg versucht worden sind, wird als weitere Maßnahme vor Durchführung einer Operation die Stoßwellentherapie empfohlen.

Operation

Bei der Operation wird der Knochensporn mit einem Meißel oder mit einer Säge abschrägend abgetragen. Die Ansatzstelle der Achillessehne muss dabei geschont werden. Manche Operateure berichten über eine teilweise Ablösung mit anschließender Refixierung der Achillessehne.

Aus unserer Sicht kann die Achillessehne belassen werden, auch wenn der äußere Aspekt der Ferse manchmal noch eine kleine Vorwölbung der Haut zeigt. Wichtig ist eine Entfernung des Drucks auf die Achillessehne durch den Knochensporn von innen.

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Hallux rigidus, Einsteifung des Großzehengrundgelenks durch Arthrose

Beim Hallux rigidus handelt es sich um eine zunehmende Einsteifung des Großzehengrundgelenkes. Die knorpeligen Gleitschichten des Großzehengrundgelenks bauen sich ab, dadurch verändert sich das Großzehengrundgelenk, der Bewegungsumfang nimmt ab. Beim weiteren Fortscheiten der Erkrankung versteift das Großzehengrundgelenk.

Das Abrollverhalten des Fußes wird beim Gehen verändert. Es entsteht Schmerz im Großzehengrundgelenk und oft auch eine schmerzhafte Schwiele an der Großzehe. Außerdem gehen die Betroffenen meistens vermehrt über den Außenrand des Fußes, was dort zu vermehrten Schmerzen führt und die gesamte Statik des betroffenen Beines verändert mit den möglichen Folgen für Knie, Hüfte bis hin zu Wirbelsäulenbeschwerden.

Schmerz und Bewegungseinschränkung am Großzehengrundgelenk selbst sind von unterschiedlicher Intensität. Das frühe Stadium kann mit einer nichtelastischen Einlage behandelt werden.

Auch das nächste Stadium kann oft mit Einlagen und Abrollhilfen, die in die Schuhsohle eingebaut werden, behandelt werden.

Das Stadium III, das durch eine fast aufgehobene Beweglichkeit und Schmerz gekennzeichnet ist, wird operativ behandelt. Meist ist hier eine gelenkserhaltende Therapie nicht mehr möglich. Es wird hier eine Versteifung des Gelenkes in funktionell günstiger Stellung durchgeführt.

Eine Teilentfernung des Großzehengrundgliedes (Keller Brandes Operation) wird heute nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt, wenn der funktionelle Anspruch an die Belastbarkeit des Fußes bei der Arbeit oder im Sport nicht mehr sehr hoch ist.

Die Dauer der Nachbehandlung ist auch von der Art der operativen Therapie abhängig.

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Operation

Bei der Versteifung des Großzehengrundgelenks werden die Gelenkpartner (Köpfchen des 1. Mittelfußknochens und Grundglied des Großzeh) vom restlichen Knorpel befreit und die über die Jahre entstandenen knöchernen Anbauten (Osteophyten) mit Säge und Meißel abgetragen.

Danach werden die beiden Knochenenden an der Oberfläche angefrischt, um dann das Gelenk in einer für den Abrollvorgang des Fußes günstigen Stellung zu fixieren. Wir führen die Anfrischung der Knochen in aller Regel mit 2 Fräsen durch, die eine konkave und eine konvexe Fläche besitzen, was für die freie Wahl der Stellung des zu versteifenden Gelenkes die besten Voraussetzungen bietet.

Die Fixierung der Knochen erfolgt meist mit 2 gekreuzten Schrauben, in Ausnahmefällen mit einer Platte.

Die Nachbehandlung erfolgt in einem Vorfußentlastungsschuh, der für 6 Wochen bis zur vollständigen knöchernen Heilung getragen werden muss.

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Hallux valgus der Großzehe

Der Hallux valgus ist die häufigste und bedeutsamste Zehenfehlstellung beim Menschen.

Sie ist charakterisiert durch eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk Richtung Fußaußenrand und einer Drehung der Zehe nach innen (Innenrotation).

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Ursachen

  • Fast immer entsteht der Hallux valgus aus einer Spreizfußstellung
  • Knick- oder Senkfuß
  • Das Tragen von falschem Schuhwerk mit vermehrtem Druck auf den Vorfuß (enges Schuhwerk, hohe Absätze)
  • Fehlende Einlagenversorgung bei notwendiger Fußgewölbe-Abstützung
  • Genetische Veranlagung
  • Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer

Hallux-Deformationen stellen nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern können auch sehr schmerzhaft sein.

Erste Beschwerden treten an der hervorstehenden Innenseite des ersten Mittelfußknochens auf (Exostose), dem schmerzhaften Ballen. Hier an der breitesten Stelle des Fußes kommt es durch mechanische Reizung zu schmerzhaften Entzündungen der Haut und des sich bildenden Schleimbeutels.

Durch die Fehlstellung der Großzehe kommt es allmählich zu einer Abnutzung und Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes, einer Großzehengrundgelenksarthrose.

Röntgen

Zur genauen Beurteilung der knöchernen Fehlstellung wird eine Röntgenaufnahme des Fußes angefertigt. Röntgenaufnahmen im Stehen (also unter Belastung des Fußskeletts) zeigen die vorhandenen Fehlstellungen besser.

Therapie

Eine Besserung der Beschwerden kann im Anfangsstadium häufig durch konservative Behandlungsmaßnahmen erreicht werden. Diese umfassen insbesondere die Wahl eines ausreichend weiten und bequemen Schuhwerks, schuhorthopädische Maßnahmen z.B. mit Einlagen zur Abstützung des Fußlängs- und quergewölbes und der Mittelfußköpfchen.

Hallux valgus Schienen zur Nacht und selbständig ausgeführte gymnastische Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur können in diesem Stadium eine Besserung bewirken.

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Operation

In der medizinischen Fachliteratur werden heute rund 150 verschiedene Operationsmethoden zur Behandlung des Hallux valgus beschrieben. Viele dieser Methoden weisen große Ähnlichkeiten auf, basieren aufeinander oder stellen Kombinationen verschiedener Verfahren dar.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Eingriffen, bei denen die Knochenstruktur korrigiert wird und solchen, die sich auf Weichteile, also Sehnen, Bänder oder Gelenkkapsel beziehen.

In der Regel umfassen die gängigen Operationsmethoden eine Kombination aus beiden Eingriffsformen.

In unserem OP-Zentrum wird in der Mehrzahl der Fälle die sogenannte Scarf-Osteotomie oder das Magerl Verfahren eingesetzt. Seltener wird die Chevron Osteotomie angewendet.

Scarf Osteotomie

Bei der Scarf-Osteotomie wird der operative Zugang zum ersten Mittelfußknochen über einen ca 5 cm langen Hautschnitt seitlich vom Fußballen vorgenommen.

Der Knochen wird nun mit einer Säge Z-förmig durchtrennt. Der spezielle Schnitt durch den Knochen ermöglicht einen vergleichsweise großen Korrekturspielraum.

Das Kopffragment des Mittelfußknochens wird nun seitlich zur Fußaußenseite hin verschoben, um die Fehlstellung zu korrigieren. Die Knochenfragmente werden anschließend mit zwei Titanschrauben fixiert. Die Schrauben sind im Knochen versenkt, sie besitzen keinen Kopf und müssen nicht entfernt werden.

Der operierte Fuß kann im Vorfußentlastungsschuh sofort belastet werden. Die Knochenheilung dauert zwischen 4 und 6 Wochen, dann kann ein bequemer Konfektionsschuh getragen werden

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Magerl Osteotomie

Die Knochendurchtrennung erfolgt bei der Magerl Operation direkt hinter dem Köpfchen des 1. Mittelfußknochens senkrecht zur Schaftachse. Anschließend wird entsprechend der geplanten Korrektur am Kopffragment manchmal noch ein keilförmiges Knochenfragment entfernt.

Der Mittelfußkopf kann anschließend nach lateral und fußsohlenwärts verschoben und gleichzeitig geschwenkt werden. Die beiden Knochenfragmente werden zur besseren Fixierung etwas ineinandergestaucht.

Die Stabilisierung erfolgt mit einer schräg eingebrachten Zugschraube, die nach knöcherner Ausheilung mit örtlicher Betäubung wieder entfernt wird.

Der operierte Fuß kann im Vorfußentlastungsschuh sofort belastet werden. Die Knochenheilung dauert 6 Wochen.

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Chevron Osteotomie Hallux v5

Bei geringgradiger Abweichung des ersten Mittelfußknochens (bis 15 Grad) wird mittels einer V-förmigen Osteotomie das Mittelfußköpfchen verschoben.

Keilentnahmen erlauben auch Rotationen zur Korrektur.

Mittels einer Schraube wird die Korrektur gesichert und erlaubt im Vorfußentlastungsschuh ebenfalls eine sofortige Belastung.

 

 

 

 

Hammerzeh und Krallenzeh

Als Hammerzehe wird eine versteifte, nach oben gebogene Zehe bezeichnet,Hammerzeh1 die eine hammerähnliche Form hat.

Diese Zehenverformung kann sehr stören und ziemlich schmerzhaft sein durch Druck des Schuhs.

Auf der Hammerzehe sitzt meist eine schmerzhafte Schwiele, die auch als Hühnerauge bekannt ist.

Eine Hammerzehe kann sich am Mittel- und auch am Endgelenk der Zehe entwickeln.

Ursachen

  • Fast immer entsteht der Hammerzeh aus einer Spreizfußstellung
  • Das Tragen von falschem Schuhwerk mit vermehrtem Druck auf den Vorfuß (enges Schuhwerk, hohe Absätze)
  • Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer

Therapie

Im Anfangsstadium kann durch Einlagen ein konservativer Therapieversuch unternommen werden.

Bei Fortschreiten der Beschwerden kann nur noch operativ geholfen werden. Bei dieser Operation nach Hohmann wird eine sog.“Resektionsarthroplastik“ (Entfernen der gelenkbildenden Anteile, welche die Deformitäten verursachen) vorgenommen.

Wir streben meist bewusst eine Versteifung der beiden verkürzten Knochen an, um eine bessere Kontrolle über den verkürzten Zeh zu erreichen. Das Ergebnis muss mittels eines dünnen Metalldrahtes für 3 Wochen fixiert werden.

Der Draht kann danach meist ohne örtliche Narkose wieder entfernt werden, da er aus der Zehenkuppe heraussteht. Nach der Operation kann in einem Vorfußentlastungsschuh voll belastet werden.

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Metallentfernungen

Verschiedene Frakturen im Fußbereich, am Sprunggelenk oder am Unterschenkel müssen durch Drähte, Schrauben und Metallplatten behandelt werden, um eine korrekte Heilung herbeizuführen.

Viele dieser Metallimplantate sollten nach vollständiger Knochenheilung (meist 8-12 Monate nach Verletzung) wieder entfernt werden.

Dazu gehören kurze Drähte und Drahtcerclagen oder Metallplatten im Sprunggelenksbereich, sowie Platten am Unterschenkel oder am Knie.

Die Metallimplantate werden meist nach Eröffnung der alten Operationsnarbe problemlos entfernt.

Nach der Metallentfernung muss das betroffene Bein nur bis zur Abschwellung der Wunde oder bis zur Entfernung der Fäden geschont werden.

Stärkere sportliche Belastungen sind meist ca 6 Wochen nach der Metallentfernung wieder möglich.

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Mittelfußschmerzen / Morton Neurom

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Das Morton Neurom verursacht in der Regel belastungsabhängige Schmerzen am Vorfuß. Häufig treten die Beschwerden auf, wenn Schuhe getragen werden.

Oft ist zusätzlich zu den Schmerzen eine Missempfindung der benachbarten Kleinzehen vorhanden. Diese liegt typischerweise an den einander zugewandten Zehenunterseiten.

Der Schmerz kann brennend, aber teilweise auch stechend sein. Manche Patienten klagen über Taubheitsgefühle in Kombination mit brennenden Schmerzen, die bis in die Zehen ausstrahlen können. Häufig wird der Schmerz als Gehen wie auf einem Fremdkörper beschrieben.

Eine Verbesserung der Beschwerden kann teilweise beim Ausziehen der Schuhe oder durch das Tragen besonders weiter Schuhe erreicht werden.

Andere Ursachen für Vorfußschmerzen

  • Entzündungsprozesse zwischen Mittelfuß und Zehengrundglied (Schleimhautentzündung, häufig als Folge von Gelenk-Instabilität)
  • Knochenschmerzen (Marschfraktur)
  • Weichteilschäden (Hautnarben, Warzen, Weichteiltumoren)
  • funktionelle Überlastungen Spreizfuß
  • Zehendeformierungen, Hohl- und Plattfuß als Begleiterscheinung

Wie entsteht ein Morton Neurom?

Das Morton Neurom ist immer vergesellschaftet mit einem Spreizfuß. Die veränderte Belastung des Vorfußes durch den Verlust des Quergewölbes führt zu einer mechanischen Reizung. Die langanhaltende Reizung des Nervs führt zu seiner Schädigung und damit zur Ausbildung des sog. Morton Neuroms.

Die Bezeichnung Neurom wird bei gutartigen Tumoren des Nervengewebes verwendet. Hier scheint die mechanische Reizung eine Auftreibung hervorzurufen, es handelt sich also nicht um einen Tumor im eigentlichen Sinn.

Am häufigsten ist ein Morton Neurom zwischen den Zehen 3 und 4, etwas seltener zwischen dem 2. und 3. Zeh zu finden.

Therapie

Die Therapie des Morton Neuroms wird primär konservativ, d.h. nicht chirurgisch durchgeführt. Es geht vor allem darum, den Druck auf die Nerven zu verringern. Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden nach gezielten Einspritzungen an die Nervenendung ein. Gute Ergebnisse werden auch mit nervennahen Einspritzungen von Vitamin B12 erreicht.

Weitere konservative Therapiemaßnahmen

  • Einlagen mit Unterstützung des Quergewölbes
  • medikamentöse Therapie
  • lokale Infiltrationen mit homöopathischen Substanzen
  • lokale Cortisoninfiltrationen

Operation

Kommt es zu keiner Besserung der Beschwerden, so kann nur durch eine Operation geholfen werden.

Dabei wird die aufgetriebene und gereizte Aufzweigung des Zehennervs entfernt. Als Folge der Entnahme des Nervs bleibt ein kleines gefühlloses Areal.